Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet, denn es hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Stimmung, Ausgeglichenheit, Lebensfreude und guten Schlaf. Gebildet wird der Nervenbotenstoff im Gehirn. Fehlt dem Körper Serotonin, reagiert er mit einer Vielzahl an Mangelerscheinungen. Wer befürchtet, unter einem Serotoninmangel zu leiden, kann seinen Serotoninspiegel auf natürlichem Wege erhöhen.

Symptome eines Serotoninmangels

Serotonin ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ein Serotoninmangel kann sich daher in ganz unterschiedlichen Symptomen zeigen, z. B. 

  • Trübsinnigkeit bis hin zur Depression
  • Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen 
  • Ständiges Frieren
  • Heißhungerattacken, v. a. auf Süßes und andere Kohlenhydrate
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Angstzustände
  • Erhöhtes Schmerzempfinden

Serotonin gegen Depressionen

Die große Rolle von Serotonin für unser seelisches Wohlbefinden ist auch daran ersichtlich, dass die am häufigsten verschriebenen Medikamente gegen Depressionen so genannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sind. Sie verhindern, dass Serotonin abgebaut wird. Für viele Menschen mit Depressionen sind diese Medikamente ein großer Segen, da sie ihnen dabei helfen, ein besseres Leben zu führen. Zwar ist die Einnahme von Serotoninwiederaufnahmehemmern häufig mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Dennoch sollten Betroffene keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt ihr Präparat absetzen oder eigenmächtig die Dosierung ändern.

In den 70-er Jahren wurde in der Behandlung von Depressionen ein etwas anderer Ansatz verfolgt. Als Standardmittel gegen Depressionen wurde häufig 5-HTP verschrieben. Diesen Stoff bildet der Körper als Zwischenschritt bei der Serotoninsynthese. Durch die Zuführung von 5-HTP wird dem Körper bei der vermehrten Bildung von Serotonin geholfen.

Weitere positive Wirkungen von Serotonin

Eine Anhebung des Serotoninspiegels kann zu einem besseren Sättigungsgefühl führen und damit ein Baustein bei der Bekämpfung von Übergewicht sein. Da Übergewicht selbst ein Faktor ist, der die Produktion von Serotonin hemmt, kann durch die Erhöhung des Serotoninspiegels möglicherweise ein Teufelskreis durchbrochen werden.

Serotoninhemmer ausschalten

Bevor damit begonnen wird, den Serotoninspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen, sollte zunächst sichergestellt werden, dass die wichtigsten Hemmer der Serotoninproduktion ausgeschaltet werden – sonst können die anderen Maßnahmen nicht richtig wirken.

  • Blutzuckerschwankungen meiden: Sämtliche Probleme mit dem Blutzuckerspiegel können die Serotoninproduktion stören, dazu gehören Schwankungen, Insulinresistenz und Diabetes. Bei gesunden Menschen können Blutzuckerschwankungen mit einer kohlenhydratarmen Ernährung verbessert werden.
  • Stress reduzieren: Stresshormone wirken negativ auf den Serotoninspiegel. Eine Möglichkeit, um effektiv Stress zu reduzieren, ist das regelmäßige Praktizieren von Entspannungsübungen.

Serotoninspiegel erhöhen

Auf die Serotonin-Bausteine achten

Da es Lebensmittel gibt, die mehr Serotonin enthalten als andere, liegt der Gedanke nahe, vermehrt serotoninhaltige Nahrung zu sich nehmen. Den Serotoninspiegel im Gehirn wird das aber nicht anheben, denn Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Das heißt, dass wir nur so viel Serotonin im Gehirn haben, wie das Gehirn selbst bilden kann. Der Ansatzpunkt ist deshalb, dem Gehirn genügend der Baustoffe anzubieten, die es für die Synthese von Serotonin benötigt. Dies sind vor allem die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan, die Vitamine B3 und B6 sowie die Spurenelemente Magnesium und Zink. Diese Baustoffe können mit der Nahrung aufgenommen werden oder über Nahrungsergänzungsmittel ergänzt werden.

5-HTP einnehmen

Ein natürliches Mittel, um den Serotoninspiegel zu erhöhen, ist die Einnahme des bereits erwähnten 5-HTP, das aus den Samen der Afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) hergestellt wird. Indem man dem Körper 5-HTP zur Verfügung stellt, erspart man ihm den ersten Schritt der Umwandlung von L-Tryptophan zu Serotonin.

Johanniskraut einnehmen

Johanniskraut ist das bekannteste natürliche Antidepressivum. Es hat eine ähnliche Wirkung wie synthetische Antidepressiva und hebt den Serotonin- und Dopaminspiegel an. Die Einnahme von Johanniskraut sollte jedoch mit Bedacht gewählt werden, da es nicht nur die Lichtempfindlichkeit verstärkt, sondern mit zahlreichen Medikamenten Wechselwirkungen hervorruft.

Tageslicht nutzen

Während Dunkelheit den Körper zur Bildung von Melatonin anregt, erhöht Tageslicht den Serotoninspiegel. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten ist es daher eine gute Idee, schon das erste Tageslicht für einen Aufenthalt im Freien zu nutzen. Büromenschen sollten die Anschaffung einer so genannten Vollspektrum- oder Tageslichtlampe in Betracht ziehen.

Rosenwurz einnehmen

Der Rosenwurz (rhodiola rosea) ist eine Heilpflanze, die in arktischen Regionen in großen Höhen gedeiht. Rosenwurz ist laut mehreren Studien dazu in der Lage, das Stresshormon Cortisol zu reduzieren und die Bildung des Glückshormons Serotonin zu verstärken. Im Gegensatz zu vielen antidepressiv wirkenden Medikamenten tritt bei Rosenwurz die heilsame Wirkung bereits nach einigen Tagen ein.

Darmflora sanieren

Die Bedeutung des Darms für unser gesamtes Wohlbefinden und unsere Gesundheit wird der westlichen Medizin erst in den letzten Jahren so richtig bewusst, auch durch das Buch „Darm mit Charme“ der jungen Wissenschaftlerin Giulia Enders. Neben einer Vielzahl an anderen Stoffwechselvorgängen kann eine ungünstige Darmflora sich auch negativ auf die Serotoninproduktion auswirken. Die Darmflora kann man beispielsweise durch die Einnahme probiotischer Lebensmittel oder Produkte verbessern.

Kurkuma konsumieren

Kurkuma (Curcumin) hat erwiesenermaßen mannigfache positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Auch auf das Gehirn hat Kurkuma Einfluss, indem es sowohl den Serotonin- als auch den Dopaminspiegel heben kann.