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Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen: Etwa jeder fünfte Mensch leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal unter einer depressiven Phase. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, ältere Menschen häufiger als junge.

Was ist eine Depression?

Eine echte Depression ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung. Die Grenzen zwischen Phasen der Traurigkeit, Verzweiflung und Antriebslosigkeit, wie sie im Leben eines jeden Menschen vorkommen, und einer echten Depression sind zunächst schleichend. Abgesehen von der Anzahl der vorhandenen Symptome und der Schwere ihrer Ausprägung ist vor allem die Dauer der depressiven Phase entscheidend. Halten die Symptome länger als zwei Wochen an, ist von einer Depression auszugehen. Etwa die Hälfte aller Depressionen dauert drei bis sechs Monate an (Hinweis: Ungefähre Werte, die Dauer und empfundene Intensität schwankt von Patient zu Patient).

Kennzeichnend für eine Depression sind Gefühle wie Verzweiflung, Traurigkeit, Selbstzweifel, Freudlosigkeit, Sorgen, Antriebslosigkeit, Erschöpfung und innere Leere. Negative Gedanken überschatten das ganze Handeln und Denken, alles wird als sinnlos empfunden, nichts macht mehr Freude. Depressive sind oft anfälliger für Infekte und daher häufig krank. Viele Betroffene ziehen sich aus ihrem Umfeld und von sozialen Aktivitäten zurück. Die gewohnte Leistung in Beruf oder Schule zu erbringen, wird mit Fortschreiten der Krankheit immer schwieriger – Schlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten tun ihr Übriges dazu. Irgendwann empfinden Betroffene das Leben nur noch als Last.

Depressionen können in jedem Alter auftreten – vom Kind und Jugendlichen bis ins hohe Alter. Bei alten Menschen werden Depressionen häufig als Alterserscheinung oder Demenz fehlgedeutet.

Depression: Symptome und Anzeichen

Die Liste möglicher Anzeichen und Symptome einer Depression ist lang. Nicht alle Symptome treffen auf jeden Betroffenen gleichermaßen zu bzw. sind gleich stark ausgeprägt.

Typische seelische Symptome sind:

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit, gedrückte Stimmung (Hauptsymptom)
  • Antriebslosigkeit (Hauptsymptom)
  • Freudlosigkeit und Desinteresse auch an Dingen/Aktivitäten, die zuvor Freude bereitet haben (Hauptsymptom)
  • Verlust von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Grübeln
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • mangelnde Energie
  • Erschöpfung
  • Probleme, Entscheidungen zu treffen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Empfindungslosigkeit
  • Rückzug von Angehörigen und Freunden
  • Zukunftsängste
  • Gedanken, nicht mehr leben oder das Leben beenden zu wollen

An körperlichen Symptomen treten oft auf:

  • Schlafprobleme (nicht einschlafen können, nachts wachliegen, morgens zu früh aufwachen)
  • Übergroße Müdigkeit, auch tagsüber
  • Extremes Schlafbedürfnis
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Magen-Darm-Probleme wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung
  • Sexuelles Desinteresse, Lustlosigkeit
  • Erhöhtes Schmerzempfinden

Depressionen treten auch zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Angststörungen auf.

Gründe für eine Depression

Eine Depression kann, muss aber nicht durch ein äußeres, belastendes Ereignis ausgelöst werden. Die Gründe und Ursachen setzen sich fast immer aus mehreren Faktoren zusammen.

Biologische Gründe

Depressionen treten in manchen Familien gehäuft auf. Untersuchungen am Erbgut haben ergeben, dass es eine genetische Disposition für die Neigung zur Entwicklung einer Depression gibt. Dies bedeutet nicht, dass entsprechend veranlagte Menschen unbedingt im Verlauf ihres Lebens an einer Depression erkranken; sie haben aber, im Zusammenspiel mit anderen Faktoren, ein erhöhtes Risiko.

Weitere Forschungen haben gezeigt, dass eine Depression mit biochemischen Veränderungen im Gehirn verbunden ist. Inwieweit diese Veränderungen im Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe (Neurotransmitter) und Hormone Ursache oder Auswirkung der Depression sind, ist nicht zweifelsfrei belegt. In diesen Bereich fällt auch das Thema Lichtmangel: Manche Menschen reagieren auf die eingeschränkte Menge an Tageslicht in den dunklen Jahreszeiten mit der Ausbildung einer Depression.

Körperliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs oder eine Schilddrüsenunterfunktion können eine Depression begünstigen.

Belastende Erlebnisse

Belastende Ereignisse im individuellen Leben können „nur“ Auslöser der Erkrankung sein, aber auch einer der Hauptgründe. Hierzu zählen traumatische Erlebnisse in der Kindheit, beispielsweise durch Missbrauch oder (auch emotionale) Vernachlässigung. Typische Auslöser einer Depression sind belastende Erlebnisse wie eine Trennung, der Tod eines geliebten Menschen oder Arbeitsplatzverlust.

Ungünstige Lebensbedingungen

Anhaltender Stress und Überforderung in Beruf und/oder Familie sind sehr häufig Co-Faktoren für die Entwicklung einer Depression. Geradezu klassisch werden ständige Erreichbarkeit und Überarbeitung im Beruf sowie die Pflege Angehöriger (Kinder oder Eltern) von Betroffenen als derart belastend empfunden, dass sie eine Depression entwickeln.

Auch Unterforderung kann in eine Depression führen, da Betroffene auf Dauer unter mangelnder Wertschätzung, auch sich selbst gegenüber, leiden.

Ein Leben in Einsamkeit wird von vielen Menschen als äußerst belastend empfunden. Dies kann vor allem nach Trennungen oder dem Tod des geliebten Menschen ein weiterer Grund für die Entwicklung einer Depression sein. Gerade alte Menschen verlieren innerhalb weniger Jahre oft nicht nur den Partner, sondern auch gleichaltrige Freunde und Nachbarn und fühlen sich irgendwann „übrig geblieben“.

Auch wenn ein gutes soziales Umfeld eine große Hilfe für Erkrankte ist, weil sie „aufgefangen“ werden: Die sozialen Bedingungen können selbst auch einer der auslösenden Faktoren sein, beispielsweise im Falle von Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule.

Suchtverhalten

Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit und Depression treten häufig gemeinsam auf. Das Suchtverhalten kann sowohl Grund als auch Folge einer Depression sein – was zuerst da war, lässt sich häufig schwer bestimmen. Weitere Informationen zum Zusammenhang von Sucht und Depression befinden sich hier: https://www.mut-tour.de/wissen/sucht-und-depression-medizinische-einordnung/.

Verlauf

Depressionen treten in höchst unterschiedlichen Ausprägungen und Zeiträumen auf. Bei einigen Menschen bildet sich die depressive Symptomatik nach einige Wochen oder wenigen Monaten von selbst wieder zurück und kommt nicht wieder. Andere Menschen haben im Verlauf ihres Lebens immer wieder mit depressiven Phasen zu kämpfen, die sich mit (relativ) beschwerdefreien Phasen abwechseln. Diese Erscheinungsform der Depression wird als rezidivierende Depression bezeichnet. In der chronischen Depression finden Betroffene über den sehr langen Zeitraum von mehr als zwei Jahren gar nicht mehr in nennenswertem Maße aus der Erkrankung.

Folgen

Menschen mit Depression verändern ihr Verhalten. Häufig können Angehörige, Freunde und Kollegen mit dieser Situation nur schwer umgehen, was den sozialen Rückzug des Betroffenen weiter beschleunigt. Depressionen haben massive Auswirkungen auf Beruf bzw. Ausbildung, Schule oder Studium. Viele Betroffenen können über Monate hinweg nicht ihren Aufgaben nachkommen. Dies bestärkt Schuldgefühle, das Empfinden eigener Wertlosigkeit und untergräbt weiter das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Einige Erkrankte flüchten sich in Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch, manche beschäftigen sich mit Gedanken an Freitod. Ursachen und Wirkungen bestärken einander immer mehr, der Betroffene befindet sich in einem Teufelskreis. Er braucht dringend Hilfe von außen.

Depression: Was tun?

In schweren Fällen einer Depression verhindert tragischerweise das Krankheitsbild, dass Betroffene die Kraft und die Hoffnung aufbringen, selbst einen Arzt aufzusuchen – kommt ihnen doch das Leben ohnehin sinnlos und als reine Last vor. Es fehlt ihnen der Glaube, dass ihnen geholfen werden könne. Andere Erkrankte nehmen ihre Depression nicht als Krankheit war, sondern als persönliches Versagen. Hier können Angehörige eine große Hilfe sein, indem sie die Betroffenen behutsam auf Hilfsangebote hinweisen, sie eventuell auch zum ersten Arzttermin begleiten.

Zur Erstellung seiner Diagnose wird ein Arzt zunächst untersuchen, ob körperliche Gründe hauptursächlich für die Depression sind. Diese werden ggf. je nach Symptomatik behandelt. Als Behandlung für Depressionen hat sich darüber hinaus eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamentengabe (in erster Linie Antidepressiva) bewährt, wobei die Medikamente nur Hilfsmittel, nicht Heilmittel sind. In der Psychotherapie wird nach den seelischen Ursachen für die Depression geforscht. Unverarbeitete Probleme werden unter Anleitung des Therapeuten nach und nach bewältigt. Psychotherapien bringen zwar meist keine schnellen Verbesserungen, dafür aber nachhaltige. Einen Überblick über die üblichen Verfahren der Psychotherapie bei Depression finden Sie hier: https://www.apotheken-umschau.de/Depression/Depressionen-Behandlung-mit-Psychotherapie-32754_9.html.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat ein umfassendes Informationsangebot über weitere Hilfestellungen zusammengestellt, siehe https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe.

Depression Test

Ein kostenloser Online-Test kann keinesfalls den Gang zum Arzt ersetzen. Ein Selbsttest kann aber erste Hinweise geben, ob bei einem selbst oder bei einem Angehörigen eventuell eine Depression vorliegt, und hilfreiche Denkanstöße zur Vorbereitung eines Arztbesuchs geben. Bei unserem Depression-Test besteht die Möglichkeit, anonym und kostenlos zu testen, welche Symptome zutreffen.

Die unterschiedlichen Schweregrade

Je nach Anzahl und Ausprägung der Symptome unterscheiden Mediziner in Depressionen leichten, mittleren und schweren Grades. Eine leichte Depression wird diagnostiziert, wenn zwei Hauptsymptome vorliegen, beispielsweise anhaltende Niedergeschlagenheit und Antriebsmangel, sowie zwei Nebensymptome wie Schuldgefühle und Schlafstörungen. Eine mittelgradige Depression liegt bei Feststellung von zwei Haupt- und drei oder vier Nebensymptomen vor. Eine schwere depressive Episode ist durch das Vorliegen von drei Haupt- und mehr als vier Nebensymptomen gekennzeichnet.

Chronische Depression

Dauert die Symptomatik über zwei Jahre an, spricht man von chronischer Depression. Eine chronische Depression hat schwerwiegende Auswirkungen auf das berufliche und persönliche Leben Betroffener, aber auch Angehöriger. Doch auch eine solch langanhaltende depressive Phase ist nicht ohne Aussicht auf Heilung oder zumindest Verbesserung. In den USA wurde ein Behandlungsverfahren speziell für chronisch depressive Patienten entwickelt, siehe CBASP-Therapie.

Krankschreibung bei Depression

Bei leichten Verläufen der Depression ist es den Betroffenen eventuell möglich, ihrer Berufstätigkeit weiter nachzugehen. Die Ausübung des Berufs kann sogar positiv wirken, da die Erkrankten eine höhere Wahrscheinlichkeit positiver sozialer Kontakte haben (z. B. Kollegen) und, anders als in der Krankschreibung, die Chance auf Erfolgserlebnisse im Beruf, die wohltuende Kontraste zum Empfinden eigener Wertlosigkeit setzen können.

In vielen Fällen machen Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Antriebslosigkeit es den Betroffenen aber unmöglich, ihren Aufgaben im gewohnten Umfang nachzukommen. Ein Besuch beim Hausarzt ist ein geeigneter erster Schritt. Er kann die erste Krankschreibung ausstellen und weitere Maßnahmen einleiten, beispielsweise eine Überweisung zum Psychiater und/oder Psychotherapeuten. Einige Erkrankte fragen sich, wie lange der Hausarzt bei Depression krankschreiben darf. Dies ist grundsätzlich nicht begrenzt. Theoretisch können die Krankschreibungen über Monate hinweg vom Hausarzt ausgestellt werden. Typischerweise übernimmt dies aber dann der behandelnde Facharzt. Wer das Stigma „Krankenschreibung durch den Psychiater“ umgehen möchte, sollte mit seinen Ärzten sprechen, ob der Hausarzt die Krankschreibungen ausstellt.

Die Dauer der Krankschreibung wegen Depression ist individuell stark unterschiedlich. Einige Betroffene können nach wenigen Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren; bei anderen dauert es mehrere Monate; in chronischen Fällen auch über zwei Jahre bzw. dauerhaft. Der Grund der Krankschreibung muss dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden.

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